| Chronik |
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Seite 1 von 7 Das musikalische Leben in Holzheim vor 1963Es ist ein Verdienst der schon verstorbenen Lehrer Wilhelm Hölzle (Holzheim) und Dr. Wilhelm Eberle (Nürnberg), dass über das örtliche Musikleben aus früheren Zeiten relativ viel bekannt ist. Ihre 1923/24 veröffentlichten Aufsätze "Von Dorfmusikanten und ihrem Spiel" beziehungsweise "Von schwäbischen Schulmännern und ihrer Zeit" bezeugen örtliches musizieren in Holzheim und Neuhausen schon seit 1722, als ein Johannes Wi(e)ser als "Choraula", d.h. Flötenspieler ausgewiesen ist. In der Festschrift zum 10jährigen Jubiläum der Schützenkapelle Holzheim 1973 wurden die o.g. Schriften eingehend benützt, um die Holzheimer Musik-Tradition von ihren nachweisbaren Anfängen erneut zu dokumentieren bis hin zur Gründung der Schützenkapelle 1963 und der folgenden 10 Jahre. Eidesstattliche Erklärungen von Musikern der ehemaligen Blaskapelle Leiner aus Holzheim, die von Ottmar Leiner (1832 - 1902) mitbegründet und bis zum Tode von Andreas Leiner 1963 Bestand hatte, ohne jemals ein eingetragener Verein gewesen zu sein, untermauern die musikalische Tradition im Ort. Es ist dem jetzigen Ehrenvorsitzenden der Schützenkapelle Holzheim, Josef Ade zu verdanken, dass in mühevoller Arbeit und fast lückenlos von 1821 bis 1922 Auszüge aus den Kirchenrechnungsbüchern der hiesigen Pfarrgemeinde zusammengestellt werden konnten, um die Namen der Holzheimer Musiker jener Zeit für das Archiv der Schützenkapelle zu sichern. Festgehalten sind Auftritte der Musiker und getätigte Anschaffungen oder Instrumentenreparaturen. Die Kirchenrechungsbücher belegen Ausgaben für "Speis und Lohn" dieser "Musikanten auf dem Chor". 1821 betrugen die Kosten dafür 2,48 Gulden, 1876 beispielsweise 48,60 Mark. Es waren meist hohe kirchliche Feiertage, wie Fonleichnam, an denen die Musiker in einer Stärke von 7 bis 14 Mann mitwirkten und die Sänger unterstützten oder abwechselten. In den verschiedenen Chroniken der alten Holzheimer-/Neuhauser Vereine, wie Veteranen-, Gesang-, Radfahr-, Schützen-, oder Turnverein, konnte das Wirken dieses Klangkörpers noch bis zum 2. Weltkrieg nachvollzogen werden. Manche Holzheimer oder Neuhauser Hochzeit wurde durch das Spiel der Musikanten verschönt, manchen Dorfbewohner hatte es auf seinem letzten Gang begleitet. Weiterhin bestanden Aufzeichnungen aus Vereins- und Gemeindebüchern von 1949 bis 1963 wo die Leiner Kapelle unter ihrem letzten Dirigenten Andreas Leiner bei verschiedenen Vereinsfesten und kirchlichen Anlässen aufspielte. |
